
Bernhard
Peter
Wappen der
Würzburger Fürstbischöfe

Die
Geschichte der Wappen der Würzburger Fürstbischöfe
Teil (2): AD 1573 - 1683
Julius
Echter von Mespelbrunn 1573-1617

Photobeispiel: Dettelbach,
Wallfahrtskirche Maria im Sand
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: In Blau ein silberner
Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen. Stammwappen
Echter von Mespelbrunn.
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden
senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
Zum Wappen gehören drei Helme:
- Helm 1: Ein Paar blauer
Büffelhörner, jeweils belegt
mit einem silbernen Schrägbalken, der wiederum mit drei
blauen Ringen belegt ist. Stammwappen Echter von
Mespelbrunn.
- Helm 2: Ein Paar
Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern
geteilt. Herzogtum zu Franken.
- Helm 3: Drei Straußenfedern
in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Bauplastische
Beispiele für das Wappen:
- Dettelbach, Wallfahrtskirche Maria im
Sand
- Würzburg, Alte Universität
- Würzburg, Festung Marienberg
- Karlstadt am Main, ehemalige
fürstbischöfliche Amtskellerei
- Aschach, Pfarrkirche
- Hardheim, Zehntscheune
- Bad Neustadt/Saale, Hohntor
- Bad Neustadt/Saale, katholisches
Pfarrhaus
- Rannungen, Pfarrhaus
- Röttingen, Julius-Echter-Stift
- Würzburg, Julius-Spital
- Röttingen, St. Georgs-Kapelle
- Würzburg, Neubaukirche
- Rimpar, Schloß
- Werneck, Brauereigasthof
- Werneck, Schloß, in einem seitlichen
Durchgang der Vorgebäude
Johann
Gottfried von Aschhausen 1617-1622

Photobeispiel: Ehehaltenhaus
Bamberg
Er war Bischof von Bamberg,
ehe er Bischof von Würzburg wurde. Daher gibt es von ihm kein
Wappen mit "nur Würzburg", wohl aber solche mit
"nur Bamberg" aus der Zeit von 1609-1617. Als Bischof
von Würzburg und Bamberg ist das Wappen geviert mit Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu
Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den
beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: In Rot ein
silbernes Rad, das eigentliche Stammwappen derer von
Aschhausen
Helmzieren:
- Position 1: Kaiserkrone,
überragt vom Kreuz
- Helm 2: Ein rundes, goldenes, ringsum
pfauenfederbestecktes Schirmbrett, auf dem sich der
schwarze Löwe mit der silbernen Schrägrechtsleiste vom
Schildbild wiederholt. Hochstift Bamberg. Helmdecken
schwarz-golden.
- Helm 3: Ein Paar
Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern
geteilt. Herzogtum zu Franken.
- Helm 4: auf einem roten
Turnierhut mit Hermelinstulp ein silbernes Rad (von
Aschhausen)
- Helm 5: Drei Straußenfedern
in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Bauplastische
Beispiele für das Wappen des Fürstbischofs Johann Gottfried I.
von Aschhausen (1617-1622)
- Bamberg, Ehehaltenhaus
- Scheßlitz, Pfarrhaus
- Würzburg, Dom, Epitaph
- Würzburg, Domerschulgasse 13
- Bamberg, an einer Mauer an der
Einmündung der Aufseßstraße in die Michelsberger
Straße
- katholische Pfarrkirche von Schönfeld
(Ortsteil des oberfränkischen Hollfeld)
Philipp
Adolf von Ehrenberg 1623-1631

Photobeispiel: Würzburg,
Neubaukirche
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: In Silber ein roter
Adlerflügel, die Saxen nach oben gekehrt, links in einen
gold geschnäbelten Vogelkopf endend (selten der Kopf
auch rechts), belegt mit einem goldenen Mond (kann auch
fehlen).
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden
senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
Zum Wappen gehören folgende
mögliche Helmzieren:
- Helm 1: Ein Schaft, oben mit
einem Pfauenwedel besteckt, zwischen zwei abgekehrten
goldenen Stiefeln. Helmdecken rot-silbern.
- Helm 2: Ein Paar
Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern
geteilt. Herzogtum zu Franken.
- Helm 3: Drei Straußenfedern
in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Bauplastische
Beispiele für das Wappen
- Würzburg, Neubaukirche
- Haßfurt, Zehntscheuer
Franz
von Hatzfeld 1631-1642
Er war ab 1633 auch
gleichzeitig Bischof von Bamberg. Folglich gibt es von 1631-1633
Wappen mit Hatzfeld/Würzburg, danach Wappen
Hatzfeld/Würzburg/Bamberg, aber keine mit nur Hatzfeld/Bamberg.
Das Wappen ist geviert mit geviertem Herzschild:
- Hauptschild: geviert
- Feld 1 und 4: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu
Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte und an den
beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: Geviert:
- Feld 1 und 4: In Gold ein schwarzer doppelter
Maueranker (Stammwappen von Hatzfeld).
- Feld 2 und 3: In Silber 3 (2:1) je nach
Darstellung und Zeit rote Rosen mit goldenem
Butzen oder grünbebartete rote Mispelblüten mit
grünem Butzen (Stammwappen der Edelherren von
Wildenberg/Wildenburg).

Abb.: Hatzfeld-Wappen mit
etlichen farblichen Abweichungen auf einer historischen Karte
"FRANCONIAE Nova Descriptio Amstelodami. Apud Joannem
Janßonium", 17. Jh., wahrscheinlich aus einem Atlas des niederländischen Kartographen und
Verlegers Jan Janssonius. Ein herzliches Dankeschön an Herrn
Pastor Rudolf W. L. Jacobs aus Unna für die
Zurverfügungstellung dieses Bildes.
Mögliche Helmzieren (meist wird
ein Fürstenhut verwendet, alternativ die Kaiserkrone, dahinter
Schwert und Krummstab gekreuzt):
- Ein Flug, beiderseits mit dem
Schildbild belegt (Stammwappen von Hatzfeld)
- Ein rundes, goldenes, ringsum
pfauenfederbestecktes Schirmbrett, auf dem sich der
schwarze Löwe mit der silbernen Schrägrechtsleiste vom
Schildbild wiederholt. Hochstift Bamberg. Helmdecken
schwarz-golden.
- Ein Paar Büffelhörner,
jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt. Herzogtum
zu Franken.
- Ein wachsender schwarz gewandeter
graubärtiger Männerrumpf ohne Arme, mit goldenem Kragen
und 8 goldenen Knöpfen, mit einem schwarzen niederen Hut
mit silbernem Aufschlag (Stammwappen der Edelherren von
Wildenberg/Wildenburg).
- Drei Straußenfedern in den
Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Johann
Philipp von Schönborn (desgl. Erzbischof von Mainz) 1642-1673

Photobeispiel:
Würzburg, alte Mainmühle
Das erste Wappen des
Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn (1642-1673) zeigt,
daß er gleichzeitig Fürstbischof von
Würzburg und Kurfürst und Fürsterzbischof von Mainz war: Das
Wappen ist geviert mit Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Rot ein silbernes Rad,
Erzstift Mainz
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu
Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte und an den
beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: In Rot auf drei silbernen Spitzen ein
schreitender goldener Löwe mit blauer Krone. Stammwappen
der Grafen von Schönborn.
5 Helme, dazu rechts außen
Schwert und links außen Krummstab hinter den Helmdecken und in
der Mitte ein Vortragekreuz hinter dem Wappen:
- Helm 1 (Mitte): auf einem roten Kissen mit goldenen Quasten
eine Inful, Bischofswürde
- Helm 2 (Mitte rechts): auf einem
roten, hermelingestulpten Hut ein aufrecht stehendes,
silbernes, sechsspeichiges Rad, Erzstift Mainz
- Helm 3 (Mitte links): ein Paar Büffelhörner, jeweils im
Spitzenschnitt rot-silbern geteilt. Herzogtum zu Franken.
- Helm 4 (rechts außen): drei Straußenfedern in den Farben
Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
- Helm 5 (links außen): ein goldener
und gekrönter Löwe sitzend zwischen zwei rot-silber im
Spitzenschnitt geteilten Büffelhörnern. Die Hörner
außen mit drei goldenen Granatäpfeln besteckt.
Helmdecken rot-golden (Schönborn)
Bauplastische
Beispiele für das Wappen
- Würzburg, alte Mainmühle, dort Inful
auf Kopf, Schwert und Krummstab
- Würzburg, Festungstore, Neutor, dort
mit 5 Helmen dargestellt.
- Krautheim an der Jagst, St.
Marien-Kirche, dort mit 5 Helmen dargestellt.

Photobeispiel: Stift Haug,
Würzburg
Das spätere (ab 1663 auch
Fürstbischof von Worms) Wappen von Johann Philipp von Schönborn (1642-1673)
repräsentiert auch noch das Bistum Worms. Das Wappen ist geteilt und zweimal gespalten und mit
Herzschild belegt:
- Hauptschild:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu
Franken
- Feld 2 und 5: in Rot ein silbernes
sechsspeichiges Rad (Erzstift Mainz)
- Feld 3 und 6: In Schwarz ein
schräg aufwärts gerichteter silberner
Schlüssel, begleitet von 4:4 goldenen Schindeln,
Bistum Worms
- Feld 6: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte und an den
beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: In Rot auf drei silbernen Spitzen ein
schreitender goldener Löwe mit blauer Krone. Stammwappen
der Grafen von Schönborn.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen
- Würzburg, Stift Haug
- Karlstadt am Main, altes Rathaus,
Treppenaufgang
- Miltenberg, Franziskanerklosterkirche
- Burg Königstein, Festungstor
Johann
Hartmann von Rosenbach 1673-1675

Photobeispiel: Stift Haug,
Würzburg
Das Wappen ist geviert:
- Feld 1: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden
Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken
- Feld 2 und 3: Silbern-schwarz geteilt, oben wachsend ein
schwarzer Löwe, rot bezungt, golden gekrönt,
doppelschwänzig, Stammwappen von Rosenbach
- Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine (von der Stange aus gesehen)
rot-silbern gevierte und an den beiden senkrechten Seiten
je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit
goldenem Schaft,
Hochstift Würzburg
Helmzier derer von Rosenbach wäre
ein wachsender, doppelt geschweifter gekrönter Löwe zwischen
zwei von Silber und Schwarz geteilten Büffelhörnern. Die
Helmdecken wären schwarz-silbern.
Bauplastische
Beispiele für das Wappen
Peter
Philipp von Dernbach (desgl. Bischof von Bamberg) 1675-1683

Photobeispiel: Stift Haug,
Würzburg
Peter Philipp von Dernbach war
1672-1683 Bischof von Bamberg, aber erst ab 1675 Bischof von
Würzburg. Das Wappen mit beiden Bistümern ab 1675 ist geviert
mit Herzschild:
- Hauptschild:
- Feld 1 und 4: In Gold ein
rotbewehrter und rotgezungter, schwarzer Löwe,
überdeckt von einer silbernen Schrägleiste,
Hochstift Bamberg.
- Feld 2: "Fränkischer
Rechen" = von Rot und Silber mit drei
aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu
Franken
- Feld 3: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte und an den
beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte,
schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg
- Herzschild: In Blau drei
deichselförmig zusammengestellte goldene Seeblätter,
begleitet von goldenen Schindeln, Stammwappen Grafen von
Dernbach
Bauplastische
Beispiele für das Wappen
- Kronach, Festung Rosenberg, Bastion
St. Heinrich im Süden, auf der Spitze der
Dreiecksbastion
- Würzburg, Stift Haug, Hauptportal
- Würzburg, Stadtbefestigung am linken
Mainufer
- Forchheim, sog. Kaiserpfalz, zwei im
Innenhof aufgestellte Wappensteine, die von abgebrochenen
Festungswerken stammen
Literatur:
Siehe zusätzlich allgemeines
Quellenverzeichnis bzw. die bei den jeweiligen Objekten
angegebenen Quellen.
Eugen Schöler, Historische
Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Siebmachers Wappenbücher, Band Bistümer
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in
Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien.
Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die
Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003,
ISBN 3-87947-113-4
Die Wappen der Hochstifte,
Bistümer und Diözesanbischöfe im Heiligen Römischen Reich
1648-1803, hrsg. von Erwin Gatz, erstellt von Clemens Brodkorb,
Reinhard Heydenreuter und Heribert Staufer, Schnell & Steiner
Verlag 2007, ISBN 978-3-7954-1637-9
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger
Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde
Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger
Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Herrn Peter Kolb ein herzliches Dankeschön für wertvolle
Hinweise.

Die Entwicklung der Wappen der
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Der Fränkische Rechen - Das Rennfähnlein - Der Bamberger Löwe
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